Kompetenzen messen

Wenn Kompetenzmodelle in Unternehmen eingeführt werden, passiert dies meist zu schnell und ohne das hinzuziehen von Fachexperten. Häufig werden zu viele Kompetenzen in Modelle mit aufgenommen und nicht eindeutig zu verortende Definitionen gewählt. Ziel ist es, per Card-Sorting-Methode zu überprüfen, ob eventuelle subjektive Redundanzen, Überschneidungen oder Ähnlichkeiten festzustellen sind. Mittels dieser Methode lassen sich über ein Kompetenzmodell, nach ausreichend umfangreicher Testung, nicht nur die Schwachstellen beseitigen und Stärken ausbauen. Es lässt sich ebenfalls eine statistisch hinreichend gültige Aussage über die Validität und Reliabilität des Verfahrens treffen.

Definition und Abgrenzung des Begriffs „Kompetenzen“

Der Begriff Kompetenz stammt aus dem lateinischen (lat. Competentia, verb: competere) und bedeutet übersetzt soviel wie zusammentreffen, zukommen oder zustehen. Vom 13. bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurde competentia als „die jemandem zustehenden Einkünfte“ betitelt. In Zedlers Universallexikon von 1753 gewinnt der Begriff an Allgemeingültigkeit für die Zuständigkeit. Hieraus wurden fächerübergreifend Ableitungen gebildet, bis McClelland (1973) die Kompetenz als Disposition selbstorganisierten Handelns erklärte. Diese Definition führte zu einer klareren, divergenteren Abgrenzung zur Qualifikation. Kompetenz galt somit als subjektzentriert und Qualifikation als sachverhaltszentriert. Bei der Subjektzentrierung steht das kreative und neue im Vordergrund. Die geistige Flexibilität in Form der Realisierung von Dispositionen zu gegebener Zeit überschattet geforderte Resultate. Dementsprechend sind diese jedoch schwerer zu messen und zu evaluieren.
Ganz im Gegenteil zur Sachverhaltszentrierung. Als Wissens- und Fertigkeitspositionen aufgrund formellen wie auch informellen Lernens sind viele Parameter überprüfbar, messbar und transparent. Aus heutiger Sicht ist die Brücke von der Qualifikation zur Kompetenz längst überquert, hält jedoch überwiegend über Lippenbekenntnisse, Einzug in deutsche Unternehmen (Erpenbeck, 2007, S. XVIII-XIX).

Was sind Kompetenzmodelle?

Das Kompetenzmodell an sich ist sehr umstritten. Schuler beschreibt in seinem Buch der „Personalpsychologie“ (S.62) solche Modelle als Trend und sieht diese nicht als Alternative zu herkömmlichen Anforderungsanalysen an. Viel mehr verachtet er den in die Arbeitspsychologie einkehrenden Drang zu Innovationen, anstatt altgedientes weiter zu erforschen sowie zu ergänzen. An diesem Punkt wird klar, dass Schuler eher um den Verfall solcher Forschungsergebnisse bangt, denn im Artikel von Liebenow et.al. wird explizit darauf hingewiesen, dass ohne eine klare und konkrete Evaluierung der genauen Anforderungen, Kompetenzmodelle bzgl. ihrer Objektivität, Reliabilität und Validität, mehr Schein als Sein zum Ausdruck bringen.

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