Psychische Störungen am Arbeitsplatz

Definition und Begriffserklärung

Psychische Störungen sind gekennzeichnet durch eine erhebliche Abweichung des Erlebens und Verhaltens in Richtung des Denkens, Fühlens und Handelns. Die BPtK (BundesPsychotherapeutenkammer) gibt an, dass die häufigsten Störungsbilder in Deutschand zur Zeit depressive Erkrankungen und Angststörungen sind (siehe: bptk: BundesPsychotherapeutenKammer: (bptk.de/patienten/psychische-krankheiten.html, Abruf: 18.03.2014). Aufgrund der Popularität und des großen Anstiegs an Burnout – Erkrankungen wird dieser Bereich zusätzlich ins Visier genommen.

depressive Erkrankungen

Der Begriff Depression (lat.: deprimere = niederdrücken) beschreibt eine affektive Störung, bei welcher der Betroffene auf der einen Seite sehr niedergeschlagen (depressiv) oder sehr euphorisch (manisch) sein kann. Pendelt der Betroffene zwischen diesen Perioden, spricht man von einer bipolaren Störung oder auch bipolaren Depression. Unipolar ist sie im Rückschluss, wenn ausschließlich ein depressives Muster vorliegt (Zimbardo, Psychologie, 1995)
Zur Zeit wird vom Bundesministerium für Gesundheit geschätzt, dass ca. 350 Millionen Menschen unter einer uni- oder bipolaren Depression leiden. Dazu wird laut WHO angenommen, dass Depressionen bis zum Jahr 2020 die zweithäufigste Volkskrankheit darstellen werden.
(siehe: bmg.bund.de, Depression, http://www.bmg.bund.de/praevention/gesundheitsgefahren/depression.html)

Auswirkungen auf den Arbeitsplatz:

Bei einer bipolaren Depression wirkt der Betroffene einerseits übermäßig optimistisch, zeigt ein übersteigertes Selbstwertgefühl und geht unnötige Risiken ein. Andererseits ist er Interessen-, Freud- sowie Antriebslos, wirkt entmutigt und legt eine ausgeprägte Unzufriedenheit an den Tag. Bei der unipolaren Depression wirkt der Betroffene traurig, entmutigt und unzufrieden. Er zeigt Konzentrationsstörungen und entwertet sich selbst. (Zimbardo, Psychologie, 1995)

Angststörungen

Angststörungen ohne Ursache werden auch als „frei flottierende Angst“ bezeichnet. Es wird zwischen 2 Kategorien unterschieden. Zum einen der phobischen Neurose und zum anderen der Angstneurose. Bei der Phobie kennt der Betroffene den angstauslösenden Reiz der als Reaktion ein Vermeidungsverhalten verursacht. Rationale Furcht beschreibt eine Reaktion auf eine bestimmte Begebenheit, die eine Flucht rechtfertigt (z.B. ein Überfall). Irrational wird Sie dann, wenn objektiv keine Gefahr von ihr ausgeht. Spezifische Phobien wie z.B. die Angst vor Verantwortung (Hypergiaphobie) oder Veränderung (Tropophobie) belasten im Gegensatz zu einer Angst vor Spinnen (Aragnaphobie) das Arbeitsleben und müssen behandelt werden. Sie wirken sich jedoch nur kurzfristig auf das vegetative Empfinden aus. Nämlich solange, wie der Reiz dauert. Noch wichtiger sind deshalb Angstneurosen (Panikstörungen mit oder ohne Agoraphobie), da die Ängste und Sorgen sich auf mindestens zwei Lebensumstände beziehen und durch Symptome wie Zittern, Anspannung, leichte Ermüdbarkeit usw. langfristig begleitet werden. Halten die Symptome länger als 6 Monate an, spricht man von einer generalisierten Angststörung (Panikstörung). Die Agoraphobie beschreibt im Arbeitskontext die Angst, vor Gruppen zu sprechen und damit einer Situation hilflos ausgeliefert zu sein.

Auswirkungen auf den Arbeitsplatz:

Bei der generalisierten Angststörung wirkt der Betroffene ruhelos, leicht ermüdbar, unkonzentriert und versucht sich mit Agoraphobie Situationen zu entziehen, in denen er öffentlich sprechen muss. Ohne Agoraphobie zeigen sich ähnliche Symptome, die jedoch nur wenige Minuten andauern.
Das öffentliche sprechen ist hier zwar unproblematisch aber der Betroffene hat Angst, in dieser Situation eine Panikattacke zu bekommen. Die Angststörung ist somit bezeichnend für Vermeidungsverhalten. (Zimbardo, Psychologie, 1995)

Burnout

Der Begriff Burnout bedeutet ausbrennen (engl.: to burn out) und wurde von dem Psychoanalytiker Freudenberger (1974) in die Psychologie eingeführt. Nach dem ICD 10 (International Classification of Disease) kommt die Neurasthenie (im arbeitsbezogenen Kontext) dem Burn-out am nächsten. Sie ist gekennzeichnet durch eine erhöhte Müdigkeit nach kognitiven Anstrengungen und der daraus resultierenden abnehmenden Leistung bei nachfolgenden Aufgaben. In Folge dessen stellen sich zumeist Überreizbarkeit, Freudlosigkeit sowie Angst und depressive Episoden ein. Dennoch gibt es bisher keine allgemein gültige Definition für einen Burn-out. Das von Maslach und Jackson entwickelte Messinstrument „Maslach Burnout Inventory (MBI) gilt als eines der bis heute gängigsten Instrumente und umfasst die drei Dimensionen: Erschöpfung, Zynismus und berufliche Wirksamkeit. Für Berufstätige wird der MBI-GS (GS = General Survey) genutzt.

Auswirkungen auf den Arbeitsplatz:

Der Betroffene wirkt Gleichgültiger, emotional distanzierter und wenig Zielstrebig. Da er seine Stressoren nicht bewältigen kann und diese dauerhaft wirken führt dies folglich zu Frust und Hilflosigkeit. (Litzcke & Schuh, Strees, Mobbing, Burn-out am Arbeitsplatz, 2010)

Wünschen Sie mehr Informationen zu den Herausforderungen von psychischen Störungen am Arbeitsplatz sowie präventive Handlungsmöglichkeiten oder konkrete Lösungsvorschläge?

Hier können Sie ein Erstgespräch vereinbaren und unser medizinisches, psychologisches und technisches Wissen in Anspruch nehmen.